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Revolution beim Videobeweis: Wird der VAR schon 2022 durch KI ersetzt?

Eher verflucht, als geliebt. Der in der Bundesliga 2017/18 eingeführte Videobeweis spaltet Fußballdeutschland. Gefühlt nur ein paar Wenige spüren sie, die Gerechtigkeit. Wenn ein Richter Urteile spricht, dann gibt es oft nur zwei Gefühle. Tiefe innere Befriedigung oder schmerzhafte Enttäuschung. Wenn nun Millionen von Menschen Zeugen einer Tat sind, die daraufhin von Experten nach Meinung der Mehrheit falsch bewertet wird, entfacht ein Empörungs- und Diskussionsfeuer. 

Denn einst sollte es mit dem externen Eingriff in die Bewertungsebene von Spielsituationen eigentlich gerechter werden. Die Dokumentation von Ereignissen als Beweismittel. Bewertet durch einen unabhängigen Experten fernab der Emotion einer laufenden Fußballpartie. In Köln, im Keller. Allerdings fragen sich die TV-Zuschauer und Stadionbesucher doch immer öfter, ob der sogenannte VAR (Video Assistant Referee) seine tiefliegende Dunkelkammer nicht mit einem Weinkeller der Altstadt verwechselt. Da die DFL noch keine interne Unternehmenspolizei beschäftigt, die Promillewerte durch das Pusten des Videoschiedsrichters überprüft, muss Fußballdeutschland feststellen, dass auch diese menschengeführte Instanz auf Entscheidungsebene nur ein Individuum mit Emotionen, Neigungen und Fehlern ist. Oder natürlich schlecht ausgebildet. Allerdings gestehen wir auch Top-Schiedsrichtern Patzer zu. Wie jedem Menschen. 

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Gehen wir allerdings nochmal zurück an den Anfang. Der Fußball sollte gerechter werden, hieß es. Das entwickelt eine Erwartungshaltung in den Menschen. Wenn nun also Beweismittel für eine Tat vorliegen, sie jedoch mangelhaft bewertet werden, ist ein Ungerechtigkeitsempfinden nachvollziehbar. Denn kein Mensch dieser Welt beurteilt eben neutral und objektiv. Und das wissen die Fußballfans. Und genau deshalb werden sie derart emotional, dass es zu tobendem Verballärm und wüsten Beleidigungen kommt. 

Deshalb bedarf es beim Videobeweis einer Entmenschlichung der Bewertungsebene. Sind wir mal ehrlich, würden wir es einem Affen übel nehmen, wenn er als VAR Entscheidungen trifft? Oder einem Fuchs? Womöglich nicht. Doch da die geforderten Bewertungsparameter nicht auf Tiere übertragbar sind, können wir diese doch recht schöne Vorstellung gleich wieder vergessen. Ebenso wenig böse können wir mit Maschinen oder Programmen sein. Selbstverständlich ärgern wir uns tierisch, wenn der Motor auf der Autobahn versagt. Oder ein Videospiel sich einfach aufhängt. Ohne vorher abgespeichert zu haben. Das macht uns richtig wild. Weil der Umstand in dem Moment halt nervt. Ja, wir sprechen diese Gerätschaft auch an, reden mit dem Auto, der Konsole, verfluchen sie. Doch wir empfinden niemals eine Ungerechtigkeit in ihrer Bewertung. Wir wissen, dass sie Fehler nie durch eine gewisse Motivation, nie mit Absicht oder einem Hintergedanken macht. Und mal unter uns gesprochen, im Verhältnis zur Quantität der Nutzung, wie oft kommt sowas vor?

Nun, kurz gesprochen: Der Videobeweis braucht eine Künstliche Intelligenz (KI), die bewertet. Und im Nu sind jegliche Diskussionen aus der Welt. Weil eine Software, eine Programmierung keine frei auszulegende Meinung hat, sondern sachlich und technisch entscheidet. Foulspiel, ja oder nein? Abseits oder weiterlaufen lassen? All das entscheidet künftig die Technik. Kein Ego getriebener Mensch mit Launen. Ist die DFL bereit für diesen Schritt? Die Entwicklung kostet, klar. Nicht nur Geld, auch Zeit. Doch wie so oft, wenn man etwas unbedingt will, dann gibt es auch einen schnellen Weg. Das könnten auch die Bundesligavereine mitfinanzieren. Ihre Möglichkeiten mit einbringen, siehe die TSG Hoffenheim mit SAP. Und wer weiß, vielleicht ist es schon in zwei Jahren realisierbar. Bei der WM in Katar. Oder glaubt ihr, dass sich Hacker ans Werk machen, die Einfluss nehmen und das Gastgeberland plötzlich Weltmeister wird? Man könnte den Videobeweis ja auch gänzlich wieder abschaffen und an eine über die ganze Saison gesehene ausgleichende Gerechtigkeit durch Tatsachenentscheidungen glauben. 

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