"Die Leute im Osten sind einfach fußballverrückter"

 

Pascal Testroet wurde am 26. September 1990 in Bocholt geboren und steht aktuell bei der SG Dynamo Dresden als Stürmer unter Vertrag. Er ist ein authentischer Typ. Keineswegs glattgebügelt. Pascal sagt seine Meinung. Vielleicht auch deshalb, weil er ausgebildeter Journalist ist. Das bescherte ihm schon so manches Problemchen mit gestandenen Trainern wie zum Beispiel auch Thomas Schaaf. In Dresden läuft es jetzt sehr gut. Im Januar erzielte Pascal sogar das Tor des Monats. Wir stellten Pascal ein paar bequeme Fragen.

 

Pascal, Du warst hinter Deinem ehemaligen Teamkollegen Justin Eilers (jetzt SV Werder Bremen) und Christian Beck (1. FC Magdeburg) der drittbeste Torjäger in der vergangenen Drittligasaison. Stolze 18 Treffer gelangen Dir für Dynamo. Es gab danach sicherlich Angebote anderer Vereine. Warum hast Du in Dresden verlängert? Definitiv gab es einige Angebote, auch finanziell deutlich bessere. Doch meine Frau und ich haben hier in Dresden eine Heimat gefunden und das Gesamtpaket in der Landeshauptstadt ist einfach perfekt. Deshalb entschied ich, vorzeitig zu verlängern.


Das Dynamo-Stadion gilt als Hexenkessel voller Emotionen. Ähnlich wie beispielsweise das Millerntor des FC St. Pauli. Es ist Fußballtradition in Reinkultur. Gewöhnt man sich daran oder bekommt man da jedes Wochenende wieder Gänsehaut? Vor dem 1. Spieltag hat es wirklich gekribbelt. Bei uns ins Stadion einzulaufen ist jedes mal wieder ein atemberaubendes und nicht vergleichbares Gefühl. Ich will mich nicht daran gewöhnen, sondern es jedes Mal wieder genießen.

 

Du kommst ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, kicktest bei Schalke, auch in Bremen und Offenbach. Somit kennst Du Ost und West. Gibt es heute noch Unterschiede und wenn ja, welche? Ich glaube die Menschen im Osten sind noch fußballverrückter und extremer in ihrer Art, die Mannschaft zu unterstützen. Jeder im Stadion feuert an und fiebert mit.


Welche Rituale gibt es bei Dir an Spieltagen? Ich ziehe mir immer den rechten Schuh zuerst an und direkt vor dem Spiel küsse ich meine Tattoos (Kussmund meiner Frau und Familienname). Außerdem bete ich noch zu meinem verstorbenen Opa.


Was gibst Du den kleinen Jungs und Mädels mit auf den Weg, wenn sie Fußballprofi werden wollen? Sie mögen sich bewusst machen, dass Fußball Spaß machen soll und man niemals den Glauben an sich selbst und die Geduld verlieren darf. Hartnäckigkeit wird irgendwann belohnt.

 

Was gibt Dir Kraft im Leben, was treibt Dich an, was motiviert Dich, morgens aufzustehen? Kraft gibt mir meine Familie und Motivation immer wieder der Gedanke, ein Tor zu schießen und zu gewinnen. Das macht Spaß und diese Momente will man immer wieder erleben.

 

Wenn Du ein Megaphon hättest und die ganze Welt Dich hört. Du hast genau einen Satz. Wie lautet der? Danke, dass ich jeden Tag Fußball spielen darf und davon leben kann.

 

Welche drei sind für Dich warum die besten Fußballer der Welt?

Cristiano Ronaldo → 100% Athlet

Oliver Kahn → Willensstärke, die seines gleichen sucht

David Beckham → verkörpert zu 100% das, was jeder sein möchte: Real Madrid, ManU, Paris und das Gesicht der Welt

 

Was hat Dich auf dem Bolzplatz früher immer ausgemacht, was waren damals schon Deine Stärken? Das Toreschießen und niemals aufgeben, egal wie gut der Gegner war.

 

Was sind Deine persönlichen Ziele für diese Saison und was möchtest Du mit der Mannschaft in der 2. Liga erreichen? Persönlich eine zweistellige Toreanzahl und mit dem Team viele erfolgreiche Spiele bestreiten. Am liebsten gewinnen wir dabei jedes Spiel.

 

Was machst Du so abseits des Platzes, hast Du Hobbys? Ich gehe gerne ins Kino und shoppen.

 

Welcher Moment Deiner Karriere war Dein absolutes Highlight bisher, ein Tor, eine Meisterschaft, ein Tunnler? Drei grandiose Aufstiege mit vielen Toren. Und ein Tor gegen den FC Bayern München, denn das gelingt nicht vielen.

 

Bolzplatzkind wünscht Pascal Testroet alles Gute für seine Familie und die Fußballkarriere. Wir sind und sicher, dass wir von dem Torjäger aus Dresden noch einiges hören werden. Weil er den Fußball lebt.