"Normal darfst du als Torhüter nicht sein!"

 

 

Michael Zetterer ist zwanzig Jahre jung und hinter Felix Wiedwald derzeit die Nummer Zwei beim SV Werder Bremen. Sein Bundesligadebüt naht. Das in der Nationalmannschaft hatte er bereits. Zumindest für die U20. Zwei Spiele stand er dort zwischen den Pfosten. Das Fußballspielen lernte er zunächst auf dem Bolzplatz. Dann ging es über die DJK Darching zur SpVgg Unterhaching. Seit Anfang 2015 ist das Weserstadion sein Zuhause. Bolzplatzkind-Gründer Henoch Förster sprach mit dem Torwarttalent Zetterer über Dinge, die einen Profi bewegen.

 

 

Michael, auf welchem Bolzplatz bist Du groß geworden und gibt es ihn heute noch? In Holzkirchen, im oberbayerischen Landkreis Miesbach. Und ja, den gibt es noch. Lacht.


Was hast Du früher auf dem Bolzplatz für Dein heutiges Leben gelernt? Dass sich Wille und Ehrgeiz immer auszahlt.


Was treibt Dich im Leben an? Vieles. Sportlich insbesondere mein Wille, einer der besten Torhüter in Deutschland zu werden und irgendwann auch als Nummer Eins in der Nationalmannschaft zu spielen.


Du wurdest in München geboren, bist auch in Bayern groß geworden. Kommst Du klar mit den Nordlichtern und findest Dich zurecht in Bremen? Lacht. Ja, das ist kulturell schon eine ganz andere Richtung vom Süden in den Norden. Doch ich wurde im Norden super aufgenommen und fühle mich sehr wohl. Und Bremen ist auch nicht groß, sodass man alles ganz leicht findet. Lacht.


Werder hat viele Fans, vor allem sehr treue. Wie sehr lebt man als Fußballprofi von seinen Anhängern? Ich lebe sehr stark von den Fans. Man merkt einfach, dass Werder Bremen hier eine riesengroße Sache ist und die ganze Stadt mitfiebert. Das erhebt Verantwortung, doch es ist genial für so ein Team spielen zu dürfen.


Wie ist das, wenn man kurz vor dem Debüt in der Bundesliga steht? Bayern und Dortmund, machen Dir solche Namen Angst? Fürchtest Du einen Lewandowski? Ja, es kann jedes Wochenende und in jeder Spielminute passieren. Darauf bin ich eingestellt. Aber dabei ist es mir total egal, wer da auf mich zugelaufen kommt. In diesem Moment zählt nur, das gelernte Programm abzuspulen und mit allen Mitteln zu versuchen, die Bälle zu halten.


Als Torwart will man immer die Nummer Eins sein. Klar, Du bist noch jung und hast die Zukunft vor Dir. Doch wie geht man mit der Situation auf der Bank um? Bist Du geduldig, wartest Du einfach auf Deinen Moment? Man muss geduldig sein und auf seine Chance warten. Und wenn sie dann da ist, sollte man sie unbedingt nutzen. Und darauf stelle ich mich ein. Ich bin jetzt 20 Jahre alt, habe also noch etwas Zeit, wenn es darum geht, im Bundesligateam die Nummer Eins zu sein.


Was kannst Du als Profi den vielen Kindern da draußen auf dem Bolzplatz mitgeben? Diesen Jungs und Mädels, die täglich alles dafür geben, Fußballprofi zu werden? Dass man immer weiter daran glauben muss und seinen Traum niemals aus den Augen verlieren darf. Und wenn man immer alles gibt, kommt das von alleine.


Was hast Du persönlich für Ziele und was möchtest Du mit Werder Bremen erreichen? Persönlich will ich mich in der Bundesligamannschaft etablieren und ein fester Bestandteil werden. Und dann mit dem Verein natürlich so erfolgreich spielen, wie es nur geht.


Welche Torhüter sind eigentlich Deine Vorbilder und warum? Ich ziehe mir viel von unterschiedlichen Keepern. Es gibt nicht diesen einen perfekten Torhüter. Ob es Sommer, Neuer oder Bürki ist, man kann sich von allen etwas abschauen und für sich nutzen.

 

Welchen Spruch über Torhüter hörst Du am meisten und was ist dran? Klassischerweise den, dass Torhüter einen an der Waffel haben. Lacht. Aber das ist ja gut so. Und da ist natürlich auch was dran. Normal darf man als Torhüter nicht sein. Lacht.

 

 

Wir danken Michael Zetterer für das nette Gespräch und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, vor allem Gesundheit. Vielleicht steht Michael 2022 in Katar im Kasten der Nationalmannschaft und erwärmt uns frierende Deutsche mit seinen Paraden, hält sogar im Finale den entscheidenden Elfmeter. Wir wünschen uns das.